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BDÜ Fotoausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess 1945/46“ im Landgericht Frankfurt

Im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums präsentiert der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) Landesverband Hessen e.V. die Arbeit der Sprachmittler beim Nürnberger Prozess gegen die 24 NS-Hauptkriegsverbrecher. Der Prozess gilt als Geburtsstunde des Simultandolmetschens.

(Frankfurt, 26. April 2017) Der amerikanische Armeefotograf Ray D’Addario (1920 – 2011) dokumentierte in eindrucksvollen Bildern nicht nur die bedrückende Atmosphäre des Nürnberger Prozesses und der ausgebombten Stadt Nürnberg, sondern auch die fordernde Arbeit der Dolmetscher und Übersetzer. Die Sprach­mittler mussten dabei nicht nur zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch vermitteln, sondern auch zwischen den unterschiedlichen Rechtssystemen der Prozessparteien.

Zum ersten Mal wurde dabei im größeren Maßstab eine Simultandolmetschanlage mit Mikrofonen und Kopfhörern eingesetzt, mit der die Dolmetscher gleichzeitig zuhören und sprechen konnten. Das zuvor übliche konsekutive Dolmetschen hätte die einjährige Prozessdauer (20. November 1945 – 1. Oktober 1946) nochmals deutlich verlängert.

Die BDÜ Fotoausstellung wurde unter der Leitung von Dr. Theodoros Radisoglou vom BDÜ Landesverband Bayern ins Leben gerufen und wird vom BDÜ Landes­verband Hessen im Rahmen seines 70. Jubiläums vom 8. Mai – 16. Juni, Montags-Freitags von 8-19 Uhr, im Landgericht Frankfurt (Gebäude B, 1. Stock) gezeigt. Der Eintritt ist frei, an den Eingängen des Gerichts finden Sicherheitskontrollen statt.

Bereits am 5. Mai um 16 Uhr findet für BDÜ-Mitglieder und interessierte Gäste eine Eröffnungs­veranstaltung statt. Nach Begrüßung durch den Präsidenten des Landgerichts, Herrn Dr. Wilhelm Wolf, den 1. Vorsitzenden des BDÜ Landesverbands Hessen, Herrn Clemens Rieg, und die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Frau Dr. Ina Hartwig, hält Dr. Theodoros Radisoglou einen einführenden Fachvortrag. Die Historikerin Frau Dr. Rosemarie Killius würdigt abschließend die damals beteiligte Russisch-Dolmetscherin Tatjana Stupnikova. Anmeldung über die Geschäftsstelle (he.bdue.de), die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


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