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Sprachmittler-Berufe


Schon in der Antike haben Menschen für andere Menschen gesprochene und geschriebene Sprache vermittelt, um Handel zu ermöglichen, mit den Mächtigen zu verhandeln und Religionen zu verbreiten. Beispielsweise waren die „Dragomanen” genannten Übersetzer schon im 6. Jh. vor Christus für den Nahen Osten unverzichtbar – und nicht umsonst gilt der Heilige Hieronymus, der ab 382 AD die Bibel ins Latein seiner Zeit übersetzte, als Schutzpatron der Dolmetscher und Übersetzer. Nach dem Ende der beiden Weltkriege haben beide Arten von Sprachmittlern durch die fortschreitende Globalisierung noch einmal stark an Bedeutung gewonnen.

Aus den politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten kristallisierte sich ab dem 20. Jahrhundert das Berufsbild des professionellen Sprachmittlers heraus. Ohne sachkundig arbeitende und spezialisierte Dolmetscher und Übersetzer wäre heutzutage ein reibungsloser Informationsaustausch in Politik, Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Kultur nicht mehr denkbar - bislang trotz aller Hoffnungen, diese Mischung aus Sprach-, Kultur- und Fachwissen, Einfühlungsvermögen und Kreativität auch technisch lösen zu können.

Wenn es also um mehr geht, als nur ungefähr zu verstehen, was ein Anderer Ihnen sagen wollte, sollten Sie die Übertragung von Ideen und Emotionen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg ausschließlich qualifizierten Dolmetschern oder Übersetzern anvertrauen.

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Übersetzen

Übersetzen ist die schriftliche Übertragung eines Textes von einer Ausgangssprache in eine oder mehrere Zielsprachen.

Dabei berücksichtigt der Übersetzer den interkulturellen Hintergrund der jeweiligen Sprachen, damit der Text von den Adressaten in der Zielsprache so verstanden wird, wie dies von den Verfassern des Ausgangstextes – oder den Auftraggebern der Übersetzung – beabsichtigt wurde.

Daher können professionelle Übersetzungen je nach Bedarf sehr nah am Wortlaut des Ursprungstextes oder ganz neue Texte sein, die eine vergleichbare Wirkung auf eine völlig andere Leserschaft erzielen.

Dolmetschen

Dolmetschen ist die mündliche Übertragung eines gesprochenen oder schriftlich fixierten Textes in eine andere Sprache.

Hauptsächlich unterscheidet man zwischen

  • Simultandolmetschen (gleichzeitige Übertragung, zumeist mit Dolmetschanlage) und
  • Konsekutivdolmetschen, das zeitversetzt erfolgt.

Dolmetscher bereiten sich zwar intensiv auf eine Verdolmetschung vor, müssen während der Arbeit im Gegensatz zu Übersetzern aber hoch aufmerksam sein, teils vorausahnen, wie Sätze zu Ende gehen und blitzschnell improvisieren. Weil dies geistig so fordernd ist, arbeiten gerade Simultandolmetscher in der Regel in Teams und wechseln sich in regelmäßigen Intervallen ab.

Gebärdensprach- dolmetschen

Gebärden­sprach­dolmetschen (nicht „Gebärden­dolmetschen”!) ist die Übertragung von gesprochenem oder schriftlich fixiertem Text aus der Lautsprache in eine Gebärdensprache und umgekehrt.

Zu beachten ist, dass es weltweit nicht „die eine”, sondern je nach Zählung über 200 regional unterschiedliche Gebärdensprachen gibt. Gebärdensprachen unterscheiden sich oft grammatikalisch und syntaktisch von den Lautsprachen derselben Region. In Deutschland und Luxemburg ist die „Deutsche Gebärdensprache” (DGS) üblich.‍

Allgemeine Berufsanforderungen

  • gute Allgemeinbildung
  • sichere Kenntnis der Mutter- und Fremdsprache(n)
  • sichere Kenntnis der kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Länder
  • fundierte Fachkenntnisse in den gewählten Spezialgebieten
  • die Fähigkeit, Texte zweck- und adressatengerecht zu übertragen
  • sichere Kenntnis und Einsatz moderner professioneller Arbeitsmittel
  • die Fähigkeit, sich fachlich und terminologisch schnell in jedes Gebiet und in jeden Kunden einzuarbeiten
  • methodisches Wissen zur Bewältigung typischerweise auftretender sprachlicher und fachlicher Probleme
  • und meist die Fähigkeit, unter Zeitdruck selbstständig und akkurat zu arbeiten, ein Unternehmen zu leiten, sich zu vermarkten sowie Buchhaltung und Steuern zu managen

Ausbildung und Spezialisierung

Ausbildung

Nähere Informationen zu den verschiedenen Wegen zum Beruf erhalten Sie auf den Seiten des Bundesverbandes. Ob Studium, Staatsprüfung oder IHK-Abschluss - es gibt viele Wege, Übersetzer oder Dolmetscher zu werden.

Übersetzer

Übersetzen ist nicht mit dem Abtippen eines Textes in einer anderen Sprache gleichzusetzen. Ein Übersetzer muss vor allem gut recherchieren und sich rasch in die spezielle Terminologie verschiedener Fachgebiete und die spezifische Sprache jedes einzelnen Kunden einarbeiten können. Mehr dazu auf den Seiten des Bundesverbandes.

Dolmetscher

Das sichere Beherrschen der Fremdsprache ist nicht alles. Nur mit Hilfe spezieller Techniken ist der Dolmetscher in der Lage, das gesprochene Wort flüssig und korrekt in eine andere Sprache zu übertragen, während er schon dem nächsten Satz lauscht. Mehr dazu auf den Seiten des Bundesverbandes.

Gebärdensprachdolmetscher

Wussten Sie, dass sich Gebärdensprachen von Land zu Land unterscheiden? Es gibt je nach Zählung über 200 Gebärdensprachen mit einer Vielzahl von Dialekten. Außerdem unterscheidet sich zum Beispiel die Deutsche Gebärdensprache (DGS) syntaktisch und grammatisch von „normalem” Deutsch - sie wurde 2002 als eigenständige Sprache anerkannt.

Schon seit Ende der 80er Jahre existieren staatliche Prüfungen für Gebärdensprachdolmetscher, seit Mitte der 90er werden in Deutschland Gebärdensprachdolmetscher auch an Hochschulen ausgebildet. In der Regel arbeiten Gebärdensprachendolmetscher wie andere Dolmetscher auch (s.o.).

Sprachmittler bei Gerichten / Behörden

Für das Dolmetschen und Übersetzen im Auftrag der Justiz gibt es spezielle gesetzliche Regelungen. Mehr dazu hier.

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