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Informationen des BDÜ Hessen zur Coronakrise


Liebe Mitglieder,

das Coronavirus SARS-CoV-2, welches die oberen Atemwege befällt und COVID-19 auslöst, hat längst unser aller Leben umgekrempelt. Solange kein Impfstoff entwickelt werden kann, scheinen Kontaktverbote die einzig wirksame Maßnahme zu sein, um die weitere Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen und unserem Gesundheitssystem Zeit zu verschaffen, alle Patienten angemessen versorgen zu können. Als Nebeneffekt der geschlossenen Grenzen werden Veranstaltungen aller Art abgesagt – so auch unsere normalerweise im März stattfindende Jahresmitgliederversammlung – es werden Lieferketten unterbrochen, Betriebe schicken ihre Mitarbeiter ins Homeoffice oder in Kurzarbeit... und auch die freiberuflich Arbeitenden erleben Auftragseinbrüche in geradezu tragischem Ausmaß und könnten schon bald Probleme mit zahlungsunfähigen oder zahlungsunwilligen Kunden bekommen.

Der BDÜ hat in bewährter Partnerschaft mit dem VGSD und anderen Vertretern von Selbstständigen zunächst darauf hingewirkt, dass Soloselbstständige und Kleinunternehmer bei den Soforthilfen des Bundes nicht vergessen werden und ist weiterhin im Gespräch mit den verantwortlichen Ministerien und Politikern des Bundes und der Länder, um die noch bestehenden rechtlichen Unsicherheiten zu klären und auszuräumen.

Der BDÜ Hessen wird auf dieser Seite daher vor allem über die Situation in Hessen berichten und hessische Hilfsangebote und Möglichkeiten darstellen.

Bleiben Sie gesund,
Für den Vorstand
Christopher Köbel (koebelbduede)

Wichtiger Hinweis: Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir sind bemüht, die Informationen so aktuell wie möglich zu halten, können aber angesichts der rasanten Entwicklungen nicht garantieren, dass alles immer auf neustem Stand ist. Für Links zu Webseiten mit Inhalten Dritter, auf die wir keinen Einfluss haben, übernehmen wir keine Gewähr (s. auch unser Impressum). Außerdem stellen diese Informationen ausdrücklich keine Rechtsberatung dar: Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an Ihre eigene Rechts- bzw. Steuerberatung.

Corona-Informationen für Hessen

Informationen der Landesbehörden und Corona-Soforthilfe

Die wichtigsten Informationsangebote der hessischen Regierung und der Behörden zur Coronakrise finden Sie hier:

https://www.hessen.de/fuer-buerger/aktuelle-informationen-zu-corona-hessen informiert Sie als Bürger/-in. Dazu gibt es auch eine hessenweite Hotline für allgemeine Fragen, Anliegen und Informationen zum Corona-Virus 0800 - 555 4 666, erreichbar täglich von 8 bis 20 Uhr oder per Mail an buergertelefonstk.hessende

https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/coronahilfen-fuer-unternehmen informiert Sie als Unternehmer/-in, unter anderem über

  • Kredite und Bürgschaften, welche über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) zu beziehen sind. Das Handwerksblatt  schrieb dazu am 18. März 2020: „[...] Kredite aus dem Förderprogramm Kapital für Kleinunternehmen (KfK), das 2010 gezielt aufgelegt wurde, um die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise abzufedern. Hieraus können kleine Unternehmen und freiberuflich Tätige mit bis zu 25 Mitarbeitern und 5 Mio. Euro Jahresumsatz Darlehen zwischen 25.000 und 150.000 Euro erhalten, die von der Hausbank um mindestens 50 Prozent aufgestockt werden. Für dieses Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig.“
  • Seit dem 30. März 2020 können auch in Hessen Soforthilfen für Soloselbstständige und Kleinunternehmen beantragt werden (siehe unten).

Das Finanzministerium schreibt: „Mit Fragen zu steuerlichen Hilfen zu Ihrem konkreten Einzelfall wenden Sie sich bitte zunächst an Ihr zuständiges Finanzamt. Allgemeine Fragen zu steuerlichen Hilfen oder der Bearbeitung der Steuererklärung beantwortet Ihnen die Servicehotline der hessischen Steuerverwaltung, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, kostenfrei unter 0800 - 522 533 5.“ und stellt zwei Info-PDFs bereit: https://finanzen.hessen.de/sites/default/files/media/hmdf/faq_zum_thema_steuern_-_stand_31.3.2020.pdf und https://finanzen.hessen.de/sites/default/files/media/hmdf/faq_zum_thema_steuern_-_ergaenzende_antragshilfe.pdf (Stand 31.03.2020). Gegebenenfalls finden sie aktualisierte Versionen dieser Dokumente auf https://finanzen.hessen.de/ in der rechten Seitenleiste.
Die Hessenschau berichtete am 19. März, dass in Hessen zudem auf formlosen Antrag die Rückerstattung von Umsatzsteuervorauszahlungen beantragt werden kann, um kurzfristig die Liquidität zu verbessern und nennt weitere hessische Maßnahmen. Bitte wenden Sie sich auch dazu an Ihr zuständiges Finanzamt.

Das Land Hessen entschädigt Sie gegebenenfalls auch für Verdienstausfälle, wenn Sie auf behördliche Anordnung einem Tätigkeitsverbot unterliegen oder in Quarantäne abgesondert werden, ohne selbst krank zu sein. Informationen dazu erhalten Sie auf https://service.hessen.de/html/Infektionsschutz-Entschaedigung-bei-Taetigkeitsverbot-7007.htm

Weitere Informationen erhalten Sie auch vom Hessischen Industrie- und Handelskammertag auf https://www.hihk.de/coronavirus-informationen-und-ansprechpartner-fuer-unternehmen-4720886

Corona-Soforthilfen

Corona-Soforthilfen

für existenzbedrohte Selbstständige und Kleinunternehmen

Es gibt ein Soforthilfe-Programm des Bundes, das vom Bundesministerium für Wirtschaft betreut wird. Die dafür maßgeblichen Informationen finden Sie auf Informationen für Soloselbständige, Freiberufler und kleine Unternehmen bis zehn Beschäftigte und zusätzlich in der FAQ zu den Soforthilfen des Bundes (PDF). Aktuelle Updates des BMWi finden Sie auf www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/aktuelles.html.

Für Unternehmen bis zu 5 Mitarbeitern werden bis zu 9.000 EUR bereitgestellt. „Bis zu“ bedeutet, dass Sie einen über drei Monate gerechneten betrieblichen Liquiditätsengpass aufgrund der Coronakrise angeben müssen und dann eine Förderung in der Höhe der betrieblichen Kosten erhalten, die Sie wegen der Verdienstausfälle voraussichtlich nicht bezahlen können – bis zum Maximum von 9.000 EUR. Die Kollegin Eva Schiffer formuliert das am 5. April 2020 im Informationthread auf MeinBDÜ  wie folgt:

Der LIQUIDITÄTSENGPASS wird im vorliegenden Fall als ein Minusbetrag definiert, der sich aus einer Gegenüberstellung der voraussichtlichen Einnahmen und der laufenden Betriebskosten (bspw. gewerbliche Miete, Pacht, Leasingaufwendungen, gewerbliche Telefon- und Stromkosten, Softwaremiete, Reinigungskosten, betriebliche Versicherungen, Webhosting, Personalkosten für Beschäftigte etc.) ergibt. Für den so errechneten Fehlbetrag kann ein Zuschuss beantragt werden. Förderfähig sind dabei die auf die Antragstellung folgenden DREI Monate.
Die IHK [Schleswig-Holstein] empfiehlt, zwecks Ermittlung des Liquiditätsengpasses eine LIQUIDITÄTSPLANUNG für die nächsten Monate zu erarbeiten (Mustervorlage: https://www.ihk-schleswig-holstein.de/starthilfe/existenzgruendung/gruendungskonzept/liquiditaetsplan-1368412).

Ab Montag, den 30. März 2020, können diese Hilfen in Hessen ausschließlich online über das Regierungspräsidium Kassel bis zum Stichtag 31. Mai 2020 beantragt werden. Die dafür maßgeblichen Informationen finden Sie auf https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/soforthilfe/soforthilfe-fuer-selbststaendige-freiberufler-und-kleine-betriebe: Bitte lesen Sie diesen Artikel sorgfältig, um zu erfahren, ob ein Antrag auf Soforthilfe bei Ihnen Erfolg hätte. Dies ist in der Regel nur dann der Fall, wenn Sie nachweisen können, dass sie ab dem Stichtag 11. März 2020 31. Dezember 2019 deutliche Einkommenseinbußen hatten und ihre laufenden Kosten nicht mehr decken können, denn die Hilfen sind für diejenigen Solo-/Kleinunternehmen bestimmt, „die unverschuldet infolge der Corona-Virus-Pandemie in eine existenzgefährdende wirtschaftliche Situation bzw. in massive Liquiditätsengpässe geraten sind“.
Auch muss ihr Unternehmen vor dem 31.12.2019 gegründet worden sein, d.h. Neugründungen in 2020 sind zu jung, um von den Soforthilfen zu profitieren, können aber ggf. von der normalen Gründerförderung in Hessen profitieren, mehr dazu finden Sie auf existenzgruendung.hessen.de.

Die eigentliche Beantragung können Sie dann über https://rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe in die Wege leiten: Bitte lesen Sie auch dort den Artikel und die beigefügten Anleitungs-PDFs sorgfältig und bereiten Sie die darin geforderten Nachweise vor. Die PDFs enthalten am Ende auch den Link zum eigentlichen Online-Antrag.

Achtung: Die Soforthilfen erstrecken sich auf Ihre betrieblichen Finanzen. Privatentnahmen (private Mietkosten, Krankenversicherungsbeiträge, eigenes Gehalt, etc.) sind nicht für die Soforthilfe anzurechnen. Bei privaten finanziellen Schwierigkeiten wird – auch für Freiberufler in Nöten – auf die Grundsicherung durch die Agentur für Arbeit verwiesen. Private liquide Mittel müssen im Gegenzug nicht mehr zur Deckung des betrieblichen Finanzengpasses eingesetzt werden.

Achtung: Wenn der tatsächliche Liquiditätsengpass geringer ausfällt als ursprünglich angenommen, müssen die zu viel gezahlten Soforthilfen zurückgezahlt werden. Sie müssen diesbezügliche Veränderungen unaufgefordert und von sich aus dem Amt anzeigen. Die Rechtmäßigkeit kann z.B. im Rahmen der Steuererklärung 2020 geprüft werden (der Zuschuss selbst ist auch steuerpflichtig und muss entsprechend angegeben werden). Heben Sie also alle relevanten Antrags- und Antragsänderungs-Unterlagen sorgfältig auf und vermerken Sie, welche Aufträge mit der Begründung "Corona" storniert werden bzw. um wie viel Ihr Umsatz prozentual von den Vergleichsmonaten in den Vorjahren abweicht.

Updates

  • 6.April – Das BMWi fördert ab heute auch betriebliche Beratungskosten mit bis zu 4.000 EUR (Pressemitteilung); es gab Änderungen in den Antragsbedingungen (geänderte FAQ des BMWi oben).
Informationen der BDÜ-Verbände

Neben der Website des BDÜ auf Bundesebene (www.bdue.de/corona) stellen auch viele BDÜ Landesverbände und der VKD im BDÜ gezielte Informationen für ihre Einzugsgebiete bereit. Hier unsere direkten Nachbarn:

Nur Mitgliedern zugänglich ist der Corona-Informationsthread auf der Mitgliederplattform MeinBDÜ: https://mein.bdue.de/viewtopic.php?t=37413 und die diversen Diskussionen zu Einzelproblemen. Schauen Sie doch auch vorbei!

Ein Wort zum Thema Mitgliedsbeiträge

Liebe Mitglieder,

wir verstehen, wenn Sie in Zeiten der Krise vielleicht auch Ihre Ausgabenseite genauer kontrollieren müssen. Sie können dazu mit Begründung (z.B. unter Vorlage Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung oder einer Krankschreibung) beim Vorstand beantragen, Ihre Mitgliedschaft für maximal 2 Jahre ruhen zu lassen - wenn der Vorstand zustimmt, müssen Sie nach spätestens 2 Jahren entscheiden, ob Sie Ihre Mitgliedschaft kündigen oder wieder aufleben lassen.

Wir bitten Sie jedoch, wenn es geht, gerade jetzt an anderer Stelle zu sparen, denn derzeit sind wir, die BDÜ Funktionsträger auf Landes- und Bundesebene, besonders gefordert, für Sie einzutreten: Sei es in der politischen Vertretung in Berlin bei der Einforderung von wirksamen Soforthilfen für Soloselbstständige und Freiberufler, in der Recherche und Zusammenstellung von Informationen über alle BDÜ-Verbände hinweg oder hier vor Ort in Hessen, wo wir daran arbeiten, Gerichtsdolmetscher bei Ladungen besser zu schützen.
Ein erster Erfolg konnte Ende März von unseren Referenten für Justizdolmetscher, Louis Baracat und Tilman Kootz, im Gespräch mit dem Landgericht Frankfurt erzielt werden: Unsere Referenten hatten angeregt, aus einem der leerstehenden Frankfurter Museen eine "Personenführungsanlage" bzw. sogenannte "Audioguides" zu leihen, um den Abstand beim Flüsterdolmetschen deutlich erhöhen zu können und die Infektionsgefahr damit zu reduzieren. Das LG Frankfurt hat nun eine solche Anlage vom Geldmuseum der Deutschen Bundesbank leihweise erhalten und wird diese in den kommenden Tagen mit unserer Begleitung auf ihre Praxistauglichkeit testen.

Dieses Engagement - und das politische Gewicht, um Gehör zu finden - können wir nur dank Ihrer aktiven Mitgliedschaft erbringen.

Viele Grüße
Ihr Vorstand

Weitere Informationsquellen für Hessen

Weitere Informationen

Das "Nationale Zentrum Frühe Hilfen" stellt zwar primär Hilfsangebote für werdende und junge Eltern bereit, aber die Übersicht über psychologische und seelsorgerische Hilfsangebote kann auch Kolleg/-innen dabei helfen, sich bei der unternehmerischen Stressbelastung Hilfe und Rat zu suchen: https://www.elternsein.info/beratung-anonym/anonym-kostenlos/corona-zeiten-beratung-jetzt-fuer-eltern/.

Zwei kleine Bitten noch...


Wenn Sie Informationen auf dieser Seite vermissen oder für überholt halten, schreiben Sie Herrn Köbel (koebelbduede) einen kurzen Hinweis  und unser ehrenamtliches Vorstandsmitglied wird sich so bald wie möglich darum kümmern.

Außerdem sind wir als Vorstand interessiert daran, wie es Ihnen in der Krise geht und welche konkreten Auswirkungen diese auf Ihr Business hat. Ein größeres statistisches Bild soll den in der BAGSV zusammengeschlossenen Verbänden die rechts in der Seitenleiste verlinkte Umfrage des VGSD e.V. geben - diese können Sie anonym ausfüllen. Zusätzlich können Sie den Vorstand direkt anschreiben, um uns detailliertere Informationen (Auftragseinbrüche, Zahlungsausfälle oder -stundungen, konkrete Erfahrungen oder Probleme bei der Beantragung von Soforthilfen, Geschäftsaufgabe, Betrugsversuche, etc.) über Ihre eigene berufliche Lage zukommen zu lassen. Bitte sehen Sie dabei davon ab, uns "Hörensagen" von Kolleg/-innen zu berichten, sondern ermutigen Sie sie, selbst von sich zu berichten.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Gesundheit, um diese herausfordernde Situation zu überstehen.
- Der Vorstand -

Update 25. Mai 2020: Bundestagspetition für Corona-Nachbesserungen

Der Verband der Gründer und Selbstständigen (VGSD) hat zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV), der neben über 20 weiteren Verbänden auch der BDÜ angehört, in einer Petition den Bundestag dazu aufgerufen, die Corona-Soforthilfen nachzubessern und endlich auf die Arbeits- und Lebenswirklichkeit der Selbstständigen einzugehen und die Corona-Soforthilfe anzupassen. Wenn Sie möchten, können Sie die Petition auf https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_05/_13/Petition_111001.nc.html bis zum 25. Juni 2020 mitzeichnen.

Corona in Hessen


Dolmetscher Übersetzer

Mehr als 700 Sprachexperten für fast 50 Sprachen und viele Fachgebiete

Seminare
Webinare

Fachliche und unternehmerische Qualifikation überall in Deutschland


VGSD-Umfrage zu Corona

Wie stark sind die Selbständigen durch die Corona-Krise betroffen?

Unser Partnerverband, der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (VGSD), führt aktuell in Koordination mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV) – in der auch der BDÜ mitwirkt – eine Umfrage durch, mit der die Auftragsausfälle auch in unserer Branche näher beziffert werden sollen. Die Umfrage schafft eine durch Fakten belegte Basis für gezielte politische Forderungen – damit die Arbeitsrealität zahlreicher Selbständiger von politischer Seite künftig besser verstanden wird.

Wir bitten um rege Teilnahme, damit wir der Stimme aller Selbständigen noch mehr Gehör verschaffen können.
Die Beantwortung (ca. 15 min) und Auswertung erfolgen anonym.

Direkt zur Umfrage

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