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Sommerfest des BDÜ Hessen 2018 in Gnadenthal und Limburg: Zwischen Kommune und Kirche

Am 23. Juni 2018 feierte der BDÜ Landesverband Hessen e.V. sein alljährliches Sommerfest, diesmal in der Kommune Gnadenthal und in Limburg.

Am 23. Juni 2018 präsentierte der BDÜ-Kollege Roland Dilger, Diplomübersetzer und -dolmetscher für Englisch und Russisch, einer Gruppe von 17 Sprachmittlern „sein“ Kloster Gnadenthal zwischen Hünfelden und Bad Camberg. Der Wahlspruch der Jesus-Bruderschaft des Klosters Gnadenthal, „Versöhnt leben in der Vielfalt“, trifft dabei die Lebensrealität der Sprachmittler ganz gut: Welcher Berufsstand kann mehr Vielfalt aufweisen als jener der Übersetzer und Dolmetscher mit all seinen Sprachen, Kulturen und Fachgebieten? Herr Dilger schilderte seinen Kolleg/-innen im Café „Pavillon“ das Leben in der 55-60 Personen großen ökumenischen Kommune, die sowohl aus Mönche und Schwestern, als auch aus Laien besteht. Sowohl permanente, als auch zeitweilige Bewohner haben hier ihr Zuhause, doch jeder, der sich auf Dauer anschließen will, lebt hier für 1 Jahr auf Probe. Die Gemeinschaft gehört offiziell zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und ist ein eingetragener Verein.

In Gnadenthal wird der Glaube gelebt und praktiziert. Jeder Tag beginnt mit einem halbstündigen gemeinsamen Gottesdienst. Enge Regeln gibt es ansonsten nicht. Jedoch übernimmt jeder Bewohner bestimmte Arbeiten für die Gemeinde, bezahlte oder ehrenamtliche. Herr Dilger kümmert sich seit Jahren um die FSJ-ler und singt in der Kirche. Geburtstagsfeste, Hochzeiten, Beerdigungen werden gemeinsam gefeiert. Der Gemeinschaftssinn stärkt auch die Ehen. Scheidungen hat es in dem Dorf noch nie gegeben. Die Dorfbewohner sind im Allgemeinen erwerbstätig. Die Gemeinde selbst wird finanziert durch den Pavillon, die Buchhandlung, durch das Jugendhaus mit Angeboten zur „Umweltbildung“, durch die Biolandwirtschaft, Spenden, Mietzahlungen und den „Zehnten“, den jeder Bewohner abgibt, also 10 % des Einkommens, und durch die Seminare im „Haus der Stille“.

Der zweite Teil des Sommerfestes führt die Gruppe nach Limburg. Der Stadtführer, Herrn Butzbach, begleitet uns auf unserem Spaziergang durch die Stadt mit interessanten Fakten und einer vielzahl wunderbarer Anekdoten: Vom außergewöhnlichen Haarwachstum der Limburger und die Vielzahl der Friseure, vom Ursprung der Redewendung „eins auf den Deckel bekommen“, die etwas mit Pfeifenrauchern und Brandschutzmaßnahmen zu tun hat, und von den Hundewagen der mittelalterlichen Metzger, deren Doggen sowohl den Fleischtransport als auch die Rattenbeseitigung übernahmen.

Das Sommerfest wurde im Werner-Senger-Haus zünftig beendet, während draußen vor der Tür das Rudelgucken für das WM-Spiel Deutschland–Schweden beginnt: Vermutlich aus demselben Grund ist die Gruppe der Dolmetscherinnen und Übersetzer inzwischen auf 13 Personen geschrumpft.

Den vollen Bericht unseres Mitglieds Martina Della Rosa können Mitglieder im Hessen-Info #109 lesen.


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